Chlamydien – Symptome, Übertragung, Behandlung und Prävention

Chlamydiose ist eine Geschlechtskrankheit, die von Chlamydien verursacht wird, genauer gesagt von der Chlamydia trachomatis. Es ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten europaweit, laut Angaben gibt es jetzt ein paar hunderttausend Fälle. Chlamydien können auch andere Infektionen verursachen, bei Männern, Frauen und auch Kindern. Die Infektion kann auch während der Schwangerschaft entstehen.

In vielen Fällen gibt es aber keine Symptome und die Krankheit kann erst durch einen Test diagnostiziert werden. Am häufigsten kommt es bei Frauen unter 25 Jahren vor. Weil Chlamydien die Geschlechtsorgane beschädigen können und die Inkubationszeit kurz ist, ist es wichtig, dass sie früh diagnostiziert werden.

Chlamydiose ist also eine schwere Geschlechtskrankheit und es ist wichtig sie ernst zu nehmen. Keine Behandlung mit Kräutern oder anderen alternativen Behandlungen kann die professionelle Behandlung bei einem Arzt ersetzen. Deshalb habe ich mich entschieden es genauer zu beschreiben.

Inhalt

1. Was ist Chlamydiose
2. Chlamydiose und ihre Symptome
3. Ursachen, Risikofaktoren und Übertragung
4. Der Verlauf, die Phasen und Stadien
5. Diagnose
6. Die Behandlung
7. Häufige Fragen
8. Wie funktionieren Medikamente gegen Chlamydiose
9. Die Prävention

Was ist Chlamydiose

Chlamydiose ist ein Fachbegriff einer Krankheit, die von Chlamydien verursacht wird. Es ist eine sexuell übertragene Krankheit, die verschiedene Gewebe angreifen kann, uns wird aber nur die genitale Chlamydiose interessieren. Die betrifft am meisten die Harnwege und das Ausscheidungssystem. Wenn sie den Organismus angreift, verursacht diese Bakterie Infektionen im Genitalsystem, Rektum, Nasopharynx oder in der Bindehaut, meistens kommt auch ein Ausfluss vor.

Die Krankheit kann durch vaginalen, oralen und auch analen sexuellen Verkehr übertragen werden. Die Lungen-Chlamydien, bzw. die Chlamydie pneumoniae, können auch durch Luft und durch Tröpfchen übertragen werden. Bei einer genitalen Infektion ist die sexuelle Übertragung am häufigsten, die Infektion kann aber auch von Geschlechtsorganen ins Auge und dann in die Bindehaut übertragen werden.

Im Körper verbreitet sich die Infektion aber anders als andere Krankheiten:
In den ersten paaren Stunden wird der Parasit vom Immunsystem nicht erkannt, er ist zuerst nicht ansteckend. Nach ungefähr 20 Stunden wird er aber ansteckend und vermehrt sich schnell in die umgebenden Zellen des angegriffenen Gewebes.

Wenn die Infektion nicht behandelt wird, kommt es auch zu ihrer chronischen Form. Bei Männern und auch Frauen entwickelt sich dann Infektion in den Geschlechtsorganen, die auch die Eileiter und Prostata gefährdet. Im Endstadium der Infektion greifen die Chlamydien auch den restlichen Teil des Genitalsystems an und dadurch werden die Eileiter verstopft oder die Spermien gefährdet.

Der Parasit kann auch Schleimhautoberflächen infizieren, bei Erwachsenen insbesondere das Harnsystem und die Augen. Laut Angaben sind bis zu 15 % der sexuell aktiven Population mit dieser Krankheit infiziert. Bei einer Übertragung auf ein Neugeborenes, die ebenfalls möglich ist, kann es auch zu einer Infektion der Lunge kommen.

Inkubationszeit
Bei der genitalen Chlamydiose liegt die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Ausbruch und eventuellen Symptomen im Bereich von 1 bis 3 Wochen. Das Problem ist aber, dass es in meisten Fällen zu keinen Symptomen kommt. Das stärkt auch die hohe Infektiosität der Krankheit und es wird weiter übertragen, ohne dass man es weiß…

Chlamydiose und ihre Symptome

Chlamydiose greift das Genitalsystem und die Harnwege an, die typischen Symptome betreffen also das Urogenitalsystem. Oft kommen aber auch Fälle vor, bei denen es keine Symptome gibt, der Verlauf der Krankheit ist also asymptotisch. Wenn schon welche Symptome vorkommen, sind sie bei Männern und Frauen unterschiedlich.

Das sind die häufigsten Symptome bei der genitalen Chlamydiose:
Bei Männern sind Penisausfluss, Hodenschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen von weniger Urin und Problem Urin zu halten am häufigsten.

Bei Frauen sind die häufigsten Symptome hauptsächlich Ausfluss, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. In einigen Fällen kommt es auch zu einer leichten Blutung zwischen den Perioden.

Wenn sich die Infektion bis in die Lungen verbreitet, kann es auch zu Halsschmerzen, Reizhusten, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schüttelfrost kommen. Die Folgen einer unbehandelten Chlamydiose sind eine schmerzhafte Entzündung des Genitaltrakts, dessen Vernarbung und letztendlich Unfruchtbarkeit.

Ursachen, Risikofaktoren und die Übertragung

Chlamydiose wird von Chlamydien verursacht. Das ist eine spezifische Art von Bakterien, die verschiedene Schleimhäute im Körper Infizieren kann. Damit es zur Infektion kommt, muss es zu einer Übertragung kommen, die meistens durch den Geschlechtsverkehr erfolgt. Der Risikofaktor ist also ungeschützter Sex.

Das sind die Ursachen und möglichen Arten der Übertragung der Infektion:
Die Infektion Chlamydia trachomatis: Hinter der Chlamydien-Infektion, die das Genitalsystem angreift, steht die Bakterie Chlamydia trachomatis. Es ist eine Bakterie mit zweiphasigem Lebenszyklus, der die Entwicklung von Infektionen in Zellen fördert. Es ist ein intrazellulärer Parasit, der sich schnell vermehren kann.

Die Übertragung beim Geschlechtsverkehr: Die häufigste Art, auf der eine Chlamydien-Infektion übertragen wird, ist bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Laut Statistiken beträgt die Wahrscheinlichkeit der Übertragung bis zu 60 %, was mehr als bei anderen Bakterien-Infektionen ist. Es kann durch Vaginal-, Anal- und Oralsex übertragen werden.

Andere Arten der Übertragung zwischen Partnern: Von Geschlechtsorganen kann die Infektion auch auf andere Körperteile übertragen werden, es kommt aber nicht so häufig vor. Noch seltener sind andere Formen der Übertragung, wie zum Beispiel die Verwendung gleicher Unterwäsche, Bettwäsche oder Handtücher. Die Infektion in gemeinsamen Räumen, wie zum Beispiel in der Sauna, Dusche oder im Schwimmbad ist eher nur theoretisch.

Übertragung von der Mutter auf das Kind: Die letzte Art, auf der die Infektion übertragen werden kann, ist von der Mutter auf das Kind bei direktem Kontakt mit dem Geburtskanal während der Geburt. Eine solche Übertragung ist für das Kind sehr riskant, da es zu schweren Infektionen in den Lungen, im Auge oder im Ohr kommt. In extremen Fällen kann das neugeborene Kind sogar erblinden.

Der Verlauf, die Phasen und die Stadien

Die Chlamydien-Infektion ist deshalb gefährlich, weil sie mehrere Stadien hat, und wenn sie ohne Symptome läuft, kann sie sehr schnell vorgehen. Somit kann sich die Infektion vom Genitalbereich entweder über den äußeren Weg zum Auge oder über den inneren Weg weiter in das Genitalsystem ausbreiten. i

Die Infektion hat folgende Phasen:
Die erste Phase: In der ersten Phase drängen die Chlamydien in den Körper ein, meist auf sexuellem Wege, ausnahmsweise auch durch kontaminierte Gegenstände oder direkten Kontakt. Während der ersten Stunden infizieren sie das Zelleninnere, sind jedoch noch nicht ansteckend, sodass das Immunsystem nichts davon merkt. Erst nach ein paar Stunden werden Sie dann ansteckend.

Die zweite Phase: In der zweiten Phase vermehren sich die Bakterien massiv in die umgebenden Zellen und Gewebe. Falls es zu Symptomen kommt, kommt es in der zweiten Phase meistens zu einem typischen Ausfluss aus dem Penis oder aus der Scheide. Später erreicht die Infektion auch den Harntrakt, was mit sich auch Schmerzen oder Brennen bringt.

Die dritte Phase: Wenn die Infektion nicht behandelt wird, kommt es in der dritten Phase zu einer Verbreitung in andere Körperteile. Es kann entweder die Augen und die Bindehaut oder weitere Teile des Genitalsystems angreifen. Am häufigsten entsteht dabei eine Infektion der Gebärmutter, des Eileiters oder der Eierstöcke, oder bei Männern eine Entzündung der Prostata.

Die vierte Phase: In der vierten Phase beginnt schon die chronische Form der Krankheit und es kann auch zu schweren Komplikationen kommen. Es können Gelenkentzündungen, Narben in den Beckenorganen, Sterilität bei Frauen, Qualitätsverlust der Spermien bei Männern und das sogenannte Reiter-Syndrom auftreten.

Diagnose

Falls es zu den typischen Symptomen, wie ein Ausfluss aus dem Penis oder aus der Scheide, kommt, kann ein Verdacht auf eine sexuell übertragene Infektion festgestellt werden. Im Falle einer symptomfreien Form oder auch einer Form mit weniger bestimmten Erscheinungsformen muss eine Labordiagnostik durchgeführt werden, die die einzige Möglichkeit ist, die Infektion festzustellen.

Das sind die an den häufigsten durchgeführten ärztlichen Untersuchungen und Tests:

Anamnese – Die Grundlage für den Verdacht in diesem Fall ist eine Anamnese und eine physiologische Untersuchung, bei der die Symptome und der Ort der Infektion festgestellt werden.

Abstriche – Am häufigsten werden die Harnröhren- und Scheidenabstriche, die dann für PCR Labor-Tests gesendet werden, benutzt, weil die am genauesten sind.

Serologische Diagnose – In diesem Fall wird eine indirekte Untersuchung durchgeführt, bei der nach Antikörpern gegen eine Chlamydien Infektion im Blutserum gesucht wird.

Kultivierungsuntersuchung – die letzte Möglichkeit ist die Kultivierung, die ist aber zu langwierig, da die entnommenen Proben gezüchtet werden müssen und daher wird sie in der Praxis nicht verwendet.

Schon bei kleinstem Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion ist es wichtig einen Arzt zu besuchen und zu konsultieren. Beide Partner sollten die Untersuchung durchmachen, da es wahrscheinlich ist, dass die Infektion schon übertragen worden ist. Bei einem Verdacht auf die Lungenform wird ein Bluttest durchgeführt.

Eine Kontrolle auch nach der Behandlung
Es ist nicht nur die Diagnostizierung vor der Behandlung wichtig, sondern auch die Kontrolle danach. Die soll bestätigen, dass die Krankheit vollständig geheilt wurde. Der Test wird in der Form eines Abstriches durchgeführt, meistens 1 Monat nach Ende der Behandlung.

Die Behandlung

Ähnlich wie bei vielen anderen bakteriellen Infektionen wird Chlamydiose meistens mit Antibiotika behandelt. Je früher man mit der Behandlung anfängt, desto besser. Wenn Chlamydiose nicht früh genug behandelt wird, kann sie auch weitere Teile des Genitalsystems angreifen.

Behandelt wird aber Chlamydiose nicht nur mit Medikamenten, sondern auch anders:

Antibiotika
Bei der Behandlung werden Antibiotika benutzt. Die konkrete Art und auch die Länge der Behandlung werden von dem Arzt bestimmt. Sie hängen von der Verbreitung der Infektion und von den Symptomen ab. In den meisten Fällen wird Azithromycin benutzt, das sowohl langfristig als auch einmalig eingenommen werden kann. Die Behandlung dauert 1 bis 3 Wochen, je länger die Behandlungszeit ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Krankheit vollständig geheilt wird.

Sexuelle Abstinenz
Die sexuelle Abstinenz während der Infektion, während der Behandlung und kurze Zeit danach ist selbstverständlich. Nach der Diagnose der Infektion muss der Geschlechtsverkehr in allen Formen vermieden werden. In keinem Fall darf man dabei Sex haben, auch wenn Empfängnisverhütung benutzt wird. Auch nach dem Ende der Behandlung sollte man noch auf die Kontrolle warten, die bestätigt, dass die Infektion völlig geheilt wurde.

Berührung vermeiden
Die Chlamydien-Infektion kann auch durch Berühren verbreitet werden, vor allem ins Auge und in die Bindehaut, man sollte also jeden Kontakt vermeiden. Achten Sie auch auf mechanische Reizungen in diesem Bereich. Bei einer Reizung können Chlamydien in den Interzellularraum gelangen und dabei andere Gewebe infizieren.

Häufige Fragen

Chlamydien-Infektionen sind ganz häufig, bei manchen Altersgruppen der Frauen ist es sogar die häufigste sexuell übertragene bakterielle Infektion. Das bringt auch viele Fragen mit sich, die ich hier beantworten will. Das sind die häufigsten:

Gibt es gegen Chlamydiose auch irgendwelche rezeptfreie Medikamente?
Die einzige Behandlung, die wirklich funktioniert, ist die mit vom Arzt vorgeschriebenen Antibiotika. Alle Alternativen, sowie zum Beispiel irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel oder die Behandlung mit Kräutern, können nur mehr Komplikationen verursachen.

Sind Chlamydien ein Risiko für Frauen während der Schwangerschaft?
Ja, während der Schwangerschaft kann ein Problem mit der richtigen Entwicklung des Fetus entstehen, und es gibt ein Risiko, dass die Krankheit auf das Kind übertragen wird. Das größte Problem während der Schwangerschaft ist eine mögliche Eileiterschwangerschaft; wenn die Krankheit auf das Kind übertragen wird, kann es auch zu einer Infektion der Augen, Lungen und Ohren kommen.

Kommt die symptomlose Form der Krankheit häufig vor?
Das hängt davon ab, ob es sich um Männer oder Frauen handelt. Bei Männern ist fast die Hälfte der Fälle ohne Symptome. Bei Frauen ist es noch schlimmer, da sind es 80 % der Fälle. Die Krankheit wird dann meistens erst nachdem bei dem Partner die Symptome auftreten diagnostiziert.

Kann Chlamydiose Unfruchtbarkeit verursachen? Wenn ja, bei Männern oder Frauen?
Ja, bei beiden Geschlechtern. Bei Frauen tritt Unfruchtbarkeit auf, wenn die Infektion von der Scheidenschleimhaut auf die Gebärmutter und von dort auf die Eileiter übergeht, da die Eileiter dadurch verstopft werden. Bei Männern greift die Infektion die Nebenhoden an.

Kann man sich also irgendwie gegen Chlamydiose schützen? Gibt es eine Impfung?
Es gibt leider keine Impfstoffe, eine Immunisierung ist also nicht möglich. Nach der Infektion werden Antikörper produziert, aber nur für kurze Zeit und es ist möglich, dass die Infektion nochmal kommt.

Wie funktionieren Medikamente gegen Chlamydiose

Da Chlamydien eine bestimmte Art von Bakterien sind, werden bei der Behandlung Antibiotika eingesetzt. In unkomplizierten Fällen 7 Tage bei Frauen und 10 Tage bei Männern. Bei chronischen oder wiederkehrenden Infektionen ist eine Behandlung von 2 bis 3 Wochen erforderlich.

Für die Behandlung werden meistens diese Antibiotika benutzt:
Eine bewährte Behandlung ist der sofortige Einsatz von Antibiotika, die nicht darauf abzielen, die Infektion vollständig zu zerstören, sondern Chlamydien und Keime zu unterdrücken, sodass das Immunsystem sie dann besser bekämpfen kann.

Die Medikamente, die am häufigsten eingesetzt werden, sind Makrolidantibiotika, Tetracycline, Chinolone oder fluorierte Chinoline. Azithromycin ist derzeit das wirksamste Präparat und kann auch in einer Einzeldosis verabreicht werden. Eine Alternative kann die Verwendung von Doxycyclin sein, das aber aufgrund von Nebenwirkungen nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden kann.

Behandlung aller Sexpartner
Weil eine Chlamydien-Infektion hoch ansteckend ist, ist es wichtig, dass nicht nur der Patient behandelt wird, sondern auch die Leute, mit denen er im sexuellen Kontakt war. Hierbei handelt es sich nicht nur um den letzten Partner, sondern um alle Partner der letzten Zeit.

Die Prävention

Chlamydien werden ganz einfach durch direkten sexuellen Kontakt übertragen und in vielen Fällen hat die Infektion keine Symptome, die Prävention ist also ganz wichtig. Die sollte nicht nur spezifische Maßnahmen gegen die Übertragung umfassen, sondern auch die allgemeine Unterstützung der Immunität durch eine gesunde Lebensweise.

Das sind die wichtigsten Maßnahmen:
Geschlechtsverkehr – Die beste Prävention gegen die Übertragung ist der sichere Geschlechtsverkehr mit einem Kondom, auch bei oralem Sex.
Wechseln der Sexpartner – Aufgrund der hohen Infektiosität und der Möglichkeit eines symptomlosen Infektionsverlaufs muss man bei neuen sexuellen Partnern vorsichtig sein.

Hygiene – Ein wichtiger Teil der Prävention ist eine gute Hygiene in dem intimen Bereich, dies ist jedoch nicht zu übertreiben, da es auch ein Risikofaktor sein kann.

Eine Untersuchung während der Schwangerschaft – Da Chlamydien eine Eileiterschwangerschaft verursachen und den Fötus infizieren können, ist ein Test zu Beginn der Schwangerschaft ein wichtiger Teil der Prävention.

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